|
Die Wettbewerbssituation im Steuerberatungsmarkt erfordert es, dass sich der Steuerberater neue Beratungsfelder. erschließt. Die unabhängige Finanzplanung bietet die Möglichkeit sich gegenüber Mandanten und Wettbewerbern hervorzuheben.
Die grundsätzliche Bereitschaft der Mandanten, den Steuerberater auch in Finanz-, Vermögens und Vorsorgefragen zu konsultieren, ist zweifellos vorhanden.
Anders als die Vielzahl der Finanzdienstleister verfügt der Steuerberater bereits über die relevanten Daten und einen Vertrauensvorschuss der Mandanten für die Durchführung der Vermögensberatung.
Durch die Beratung in privaten Vermögensfragen lässt sich eine enge Mandantenbindung aufbauen. Angemessene Honorare können so langfristig durchgesetzt und der Ertrag der Kanzlei gesichert werden.
Für den Steuerberater ergeben sich eine Reihe von Problemen, die im wesentlichen durch Kooperationen und strategischen Partnerschaften gelöst werden können:
1. Verbot einer gewerblichen Tätigkeit (Provisionsverzicht).
2. Qualifikation und Fachwissen zur umfassenden Finanzplanung fehlt und kann zur Überforderung des Steuerberaters führen.
3. Hohe Weiterbildungs- und Marketingkosten.
4. Hohe Opportunitätskosten durch Vernachlässigung der eigentlichen Kernkompetenzen.
5. Hohe Personalkosten für qualifiziertes Personal.
6. Hohe Kosten für Softwareunterstützung (Beratungs- und Verwaltungssoftware).
7. Haftungsrechtliche Problematik durch Umsetzung der EU-Vermittlerrichtlinie und der Europäischen Finanzmarktrichtlinie MIFID (Datenaufnahme, Analyse, Beratungsempfehlung, Dokumentation).
8. Mangelnde Markt- und Produktkenntnisse.
Nicht allen Steuerberatern ist es möglich, das Geschäftsfeld Vermögensberatung sinnvoll in den Kanzleibetrieb einzubinden. Vor allem für kleinere Kanzleien ist die Implementierung betriebswirtschaftlich und organisatorisch schwierig.
Gerade bei komplexen Vermögenssituationen des Mandanten
wird eine Zusammenarbeit mit anderen Rechtsanwälten, Finanzplanern, Versicherungsexperten oder Unternehmensberatern notwendig sein.
Durch Rückgriff auf Know-how und vorhandene Infrastruktur eines externen Spezialisten kann der Steuerberater sich das neue Beratungsfeld in betriebswirtschaftlich sinnvoller Weise erschließen.
|